Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Bingen

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Eintrag von: Peter Hartung Datum/Uhrzeit: 10.02.2011, 11:29 Uhr
Ich komme noch einmal zurück auf die Schwefelsäure-Verklappung aus der "WALDHOF" und beziehe mich dabei auf den u. a. Beitrag von Herrn/Frau Buechle.

Leider sind Kenntnisse der Wasserchemie kein Allgemeinwissen. Wer zu Hause ein Aquarium mit Sorgfalt betreibt, wird möglicherweise wissen, wie man mit pH-Werten, Karbonathärte und Gesamthärte umzugehen hat, wenn man einen gesunden Fisch- und Wasserpflanzen-Bestand erhalten will. Diese Kenntnisse sind hilfreich bei der Beurteilung der Säureverklappung in den Mittelrhein.

Richtig ist, im Mittelrhein hat das Flusswasser einen höheren Härtegrad. Man kann sagen: Schotter, Kiese und in geringen Anteilen mit Kies vermischter
Sand prägen die Fluss-Sohle des Mittelrheins, der ein so genanntes Karbonatgewässer ist mit einem pH-Wert um die 8 und einer Karbonathärte von 4 bis 10.
Das heißt, es sind viele Karbonate (insbesondere Calcium und Magnesium) im Wasser gelöst. Damit kann Säure gepuffert, also gebunden werden. Es entsteht, wenn Schwefelsäure auf Wasser mit hohem Härtegrad trifft, grob gesagt Gips und Kohlensäure.

Aber das ist ein ganz einfaches Denkmodell. Das Ökosystem des Mittelrheins reagiert auf den Stress, den 2.000 Tonnen Schwefelsäure verursachen, komplexer. Weder sorgt die Einleitung für eine Gleichverteilung der (schweren) Säure im Mittelrhein noch wurde bei der kurzfristigen Umsetzung dieser Maßnahme mit der notwendigen Sorgfalt vorgegangen. Es wäre nämlich dringend, wie Herr/Frau Buechle unten sagt, und ich wiederhole es hier, notwendig gewesen, die Schwefelsäure vor dem Verklappen in den Rhein zu neutralisieren. Das hätte höhere Kosten (angeblich bis zu 2 Mio. Euro) verursacht und natürlich mehr Zeit gebraucht. Da hatte man in der Einsatzleitung wohl nicht das notwendige Rückgrat gegen die Interessen der Chemie-Industrie.

Durch das radikale Verklappen wird nun aber das so genannte Hydrogencarbonat-Gleichgewicht gestört, der Härtegrad des Rheins verändert sich, und es können dadurch angeblich auch Schwermetalle aus dem Bodenschlamm gelöst werden. Was letztlich die Wasserqualität verschlechtert. Und das schädigt die "Außenbordskameraden" wie Kleingetier (Krebse, Muscheln), Fische und Wasserpflanzen.Kleingetier.

Man hätte dieses Risiko minimieren können. Insbesondere wenn man mutmaßlich schon seit längerem wusste, dass 900 Tonnen bereits im Fluss waren, bevor mit dem weiteren Abpumpen in den Rhein begonnen wurde.

Es wäre ausserdem hilfreich von der Einsatzleitung zu erfahren, wie die Einleitungserlaubnis für die Schwefelsäure (die letztlich eine massive Gewässerverunreinigung darstellt) begründet wurde.
 
Eintrag von: Ein Nachbar Datum/Uhrzeit: 10.02.2011, 00:13 Uhr
So kurz vor dem Ende,

neben der Trauer für die immer noch Vermissten,
meinen Glückwunsch an die gesamte Einsatzleitung, das Team von Mammoet und überhaupt an alle Beteiligten.
Als WSV'ler weiss ich, was ihr geleistet habt, da ich selbst einige Havarien abwickeln musste.
Ich wünsche euch weiterhin viel Glück bei der Bergung und möchte mich bei euch bedanken, für die perfekte Öffentlichkeitsarbeit und das ruhige, bedachte und kompetente Vorgehen.
 
Eintrag von: W.Bruechle Datum/Uhrzeit: 09.02.2011, 20:06 Uhr
Es ist mir unbegreiflich, dass die Schwefelsäure nicht beim Abpumpen neutralisiert wird. Die Katastrophe wird nur dadurch verhindert, dass im Rhein genug Salze (Wasserhärte) sind, die die Säure abpuffern. Sonst hätte man statt einem pH7 etwa pH3,6. Ohne Neutralisieren kippt aber das Hydrogencarbonat- Gleichgewicht, und es können auch Schwermetalle aus dem Schwerschlamm gelöst werden. Die zusätzlichen Kosten von etwa 2 Millionen wären in Anbetracht des Gesamtschadens nicht überzogen gewesen, und man hätte eine ökologisch vertretbare Lösung gehabt. MfG, w.b.
 
Eintrag von: Rheinanwohner Datum/Uhrzeit: 09.02.2011, 11:26 Uhr
Zuerst mein Lob an alle die dran arbeiten, ich bin sicher, alle machen einen super Job!!!! Sehr gute Öffentlichkeitsarbeit!
Sorry, wenn ich jetzt nicht alle Kommentare gelesen habe, aber meine Frage wäre:
konnte man das Schiff nicht gleich wieder in die "normale" Lage bringen und damit die Bergung vereinfachen?
Ich bin sehr gespannt, ob man rausfindet, wie die Havarie entstand.
Gruß und nochmals, gute Arbeit und ich drücke den Daumen, daß alles glatt geht!
Kommentar der Redaktion:
Nein, leider nicht. Die Belastbarkeit der Kräne reicht dafür nicht aus.

Mit freundlichen Grüßen
webmaster
 
Eintrag von: Ela     Website: http://www.binnenschiffahrtswelt.de Datum/Uhrzeit: 09.02.2011, 08:45 Uhr
Hallo Webmaster und andere,

es wird immer Leute geben, die sich auf solche Art und Weise profilieren wollen. Die Spaß daran haben, zu provozieren und anderen den Blutdruck bzw. das Adrenalin (siehe OTTO:-) in die Höhe zu treiben. Die gerne Unruhe und Unfrieden stiften und sich dabei auch noch gut fühlen.

Wahrscheinlich haben sie sonst im Leben nicht viel zu sagen...

Ansonsten: Hut ab vor der Arbeit aller Einsatzkräfte!

Danke und Gruß

Ela
 
Eintrag von: lutz Datum/Uhrzeit: 08.02.2011, 18:42 Uhr
sehr geehrte einsatzleitung,
sehr geehrte schifffahrtsverwaltung,
sehr geehrte ehrenamtliche kräfte

zuerst ein riesen lob an sie alle (gerade unter der voraussetzung, dass die havarie jetzt knapp 3,5 wochen her ist und sie im dauereinsatz sind) als feuerwehrmann habe großen respekt vor dieser leistung-war ich doch auch des öfteren in tagelangen einsätzen eingebunden. gerade aus feuerwehrtechnischer sicht möchte ich folgende frage stellen dürfen:

warum die tms erlenhof nach dem abpumpen eines tankes aus der waldhof wieder bergwärts fährt. das letzte mal war es auch schon so.

die erlenhof kann doch mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit mehr säure aufnehmen, als 400-600to? sie ist doch auch mit einem edelstahltank ausgerüstet und könnte doch morgen früh, wenn die nacht vorüber ist, weitere mengen aufnehmen.

dies erscheint mir unverständlich. könnten sie dies bitte kurz erläutern, damit wilden spekulationen -auch hier im gästebuch- der aufkommende, unverständliche gegenwind genommen wird.

kollegialiter,
lutz
Kommentar der Redaktion:
zu Ihren Fragen, bzw. Anmerkungen:

Die homogenisierte Säure aus Tank 7 sollte möglichst schnell abtransportiert und bei der BASF in Ludwigshafen gelöscht werden.

Da die Säure in den anderen Tanks der "Waldhof" nicht immer in gleicher Konzentration vorliegt, und immer von einer Übergangsschicht und einem Wasserkörper überlagert wird, muss die Säure zunächst in einen Tank gebracht und dort homogenisiert werden, um ein definiertes und beprobtes Propdukt transportieren zu können.
Des weiteren ist Tank 7 der einzige dichte Tank, in alle anderen strömt beim Abpumpen Wasser nach.
Säurereaktionen sollten nicht auf dem Transportschiff "Erlenhof" stattfinden.

Mit freundlichen Grüßen
webmaster
 
Eintrag von: Zuschauer Datum/Uhrzeit: 08.02.2011, 18:25 Uhr
Das TUIS-Merkblatt für den Transport von Schwefelsäure schreibt bereits bei der normalen Verladung eine umfangreiche persönliche Schutzausrüstung vor. Bei Unfällen sollen die Einsatzkräfte nur in Vollschutzanzügen tätig werden.
Auf allen Bildern ist jedoch zu erkennen, dass die eingestzten Helfer keine der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstungen tragen.
Ist sich die Einsatzleitung Ihrer damit übernommenen Verantwortung bewußt oder wird vielleicht gar keine Schwefelsäure in die Erlenhof umgepumpt, sodass eine persönliche Schutzausrüstung überflüssig ist?
Kommentar der Redaktion:
Wie ich feststellen konnte sind Sie ein sehr eifriger Gästebuchschreiber, nicht nur in diesem, sondern auch in anderen. Das Gästebuch ist jedoch nicht eingerichtet worden, um mit irgendwelchen Beiträgen zugeschüttet zu werden. Leider musste ich feststellen, dass Sie wohl die Antworten anderer Nutzer auf Ihre Beiträge nicht lesen. Zudem aufgrund von kurzen Pressemitteilungen und einigen Zufallsfotos Rückschlüsse auf die Art und Weise der Havarieabwicklung und der im Einsatz befindlichen Firmen, Fachleute Grmenien etc. zu ziehen vermittelt lediglich den Eindruck der Besserwisserei.

Mit freundlichen Grüßen
webmaster
 
Eintrag von: lutz Datum/Uhrzeit: 08.02.2011, 12:58 Uhr
@heinz: dann sollten sie sich als erstes an die eigene nase fassen und solche kommentare unterlassen.

leider liegt es in der natur des menschen-beim deutschen sehr ausgeprägt-schuldige zu suchen, vorzuverurteilen und eigene sinnlose theorien zu konstruieren. einzig die verantwortlichen VOR ORT können die lage einschätzen, sonst niemand!

sich anzumaßen, gewusst zu haben, dass bereits säure ausläuft, den verantwortlichen vorzuwerfen ihre arbeit zu verzögern, aufzeigen, wie es vermutlich besser und schneller geht etc. etc. zeugt von unglaublicher dummheit und kleinbürgertum!

man möchte so gerne irgendwo mitreden können, kennt keine fakten und umstände, gibt aber trotzdem oder gerade deswegen seinen kommentar ab! toll!
 
Eintrag von: Leipziger Datum/Uhrzeit: 08.02.2011, 09:12 Uhr
Liebe Freunde,
als ausgebildeter Schiffbau-Ingenieur verfolge ich aus der Ferne vieles was mit Schiffbau und Schiffen zu tun hat. (Dieses Jahr erwarte ich meine Rente, wenn auch mit Abzügen.)
Mit großem Interesse verfolge ich die Bergungsarbeiten. Allerdings sehe ich keine Vertreter der Schiffbauaufsichtsbehörde, wie etwa den Germanischen Lloyd oder vergleichbare Einrichtungen. Die Leichterung gab mir zu denken und das Ergebnis hat dies bestätigt.
Wie wurde früher in Ostdeutschland nach derartigen Unfällen gearbeitet: Zuerst alle verfügbaren Unterlagen auf den Tisch, dann ein einfaches Modell gebaut und entsprechende Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Dies scheint verloren gegangen zu sein.
Die Waldhof wurde im Interesse der Tonnageerweiterung zweimal umgebaut. Zuerst Tiefgangserhöhung, später Schiffsverlängerung.

Die folgenden Daten habe ich der Internetseite www.debinnenvaart.nl/schip_detail/3448/ entnommen
EU Nummer 23 21 183 46 07 590
Jahr 1993 1995 2005
Tonnage 1517 to 1.780 to 2426 to
Länge 8594 cm 8600 cm 10500cm
Breite 1050 cm 1050 cm 1050 cm
Tiefgang 280 cm 315 cm 315 cm
Antrieb ABC 1250 pk ABC 1250 pk ABC 1250 pk
Motortype 6 MDX 6 MDX

Daraus kann man mit einfachsten Mitteln ein Modell bauen. Dies hier zu erläutern, erscheint mir nicht angebracht. Falls Interesse besteht, teile ich dies gern mit. (Man muß statische Systeme und die dabei vereinfachten Annahmen nachvollziehen können, u.a. ist der Auftrieb als Flächenlast zu betrachten.)
Übrigens wurden damals die Schiffbau-Ingenieure schlechter versorgt als jeder Wasserhahnverkäufer, so daß ich mein in der Ausbildung erworbenes Ingenieurwissen später außerhalb des Schiffbaues eingesetzt habe. Unvergessen sind mir die Begegnungen mit den Binnenschifferfamilien geblieben und den dabei aus den Gesichtern herausgelesenen Stolz auf ihr eigenes Motorschiff. Zur Erinnerung habe mir ein altes Schiffertagebuch aufgehoben, doch dies gehört nicht hierher.

Abschließend bleibt zu hoffen, daß die beiden vermißten Schiffer bald gefunden werden und die Angehörigen Gewißheit haben. Deshalb an alle bei der Bergung beiteiligten Verantwortlichen mein Mitgefühl.
 
Eintrag von: Betroffener Datum/Uhrzeit: 08.02.2011, 01:11 Uhr
Lieber Zuschauer
Hätten sie etwas mehr aufgepasst so würden sie nicht von einer kleinen Behörde als Einsatzleiter schreiben.
Das Wasser und Schifffahrtsamt ist eine Bundesbehörde.
Bitte, erst Informieren und dann schreiben außerdem merkt man an Ihrem Kommentar das sie noch nie etwas mit Schifffahrt zu tun hatten, bleiben sie besser auf der Strasse.
 
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